Vereinsgeschichte – Chronik

Verfasst und zusammengestellt im Jahr 2021
von Christian Krüger, 1. Vorsitzender

Vorwort

Die Entwicklung des deutschen Kleingartenwesens begann bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Der erste organisierte Zusammenschluss, der Reichsverband, wurde am 21. August 1921 gegründet.
Der heutige Rechtsnachfolger ist der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.
http://www.kleingarten-bund.de/
Interessante historische Informationen hierzu aus der Zeit vor 1921 und auch danach siehe: https://portal.dnb.de/bookviewer/view/1090790821#page/40/mode/1up
Diese Schriften sind vorhanden in der Deutschen Nationalbibliothek: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de
Von 1921 bis 1933 nannte sich der Verband: Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands.
Die Groß-Berliner Organisation hieß „Vereinigung sämtlicher Pflanzervereine Berlins und Umgegend“ und wurde am 19. Februar 1901 gegründet. In den folgenden Jahren erfolgten einige Umorganisationen und auch Umbenennungen.
Am 16. März 1924 wurde der Provinzialverband Groß-Berlin gegründet.
In dieser Zeit hatte der Provinzialverband Groß-Berlin insgesamt 858 angeschlossene Vereine mit 66.400 Mitgliedern.
Ab 1933 mit der Machtübernahme der Nazis in Deutschland erfolgte eine zwangsweise Umorganisation auch der Kleingartenvereine. Es erfolgte eine sogn. Gleichschaltung aller Schrebergartenvereine in Deutschland. U.a. wurden somit Vereinsvorstände nicht mehr durch Wahlen berufen, sondern die NSDAP setzte einfach Führungspersonen ein.
Fortan kam es zur Namensänderung zum: Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands.

Geschichte unseres Vereins / Einleitung

Anhand von noch vorhandenen historischen Unterlagen lässt sich einiges nachvollziehen.

Lankwitz 1884 – Droschkenwegweiser – Quelle: Zentral- und Landesbibliothek ZLB

Dieser Plan von ca. 1892 stammt aus der Zeit vor dem Bau des Teltowkanals (1900 bis 1906). Mit etwas Vorstellungsvermögen kann man die zukünftigen Positionen unserer Abschnitte/Kolonien erahnen. Hilfe zur Orientierung ist die schon vorhandene Albrechtstraße von Steglitz nach Lankwitz mit der Brücke (später Karl-Lange-Brücke) über den Hauptgraben.

In einem Unterpachtvertrag von 1935 wird der Kleingartenverein „Steglitz-Ost“ bezeichnet.
Schon damals war er unterteilt in Gruppen; u.a. dem Verein „Gruppe Schutzverband“.
Als Verpächter fungierte die „Provinzgruppe Berlin-Brandenburg und Grenzmark der Kleingärtner e.V.“ im Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands.
Für eine Gartenfläche von 383 qm wurde eine monatliche Pacht von 0,80 Reichsmark bezahlt. D.h. lediglich 9,60 Reichsmark im Jahr. Der Wert der Reichsmark von 1935 (unter Beachtung der damaligen Inflationsraten) im Vergleich zum heutigen Euro ergibt einen Wert von 2,34 Euro. Siehe auch: https://www.dm-euro-rechner.de/die-reichsmark/
Diese damaligen Verträge wurden abgeschlossen mit der „Stadtgruppe Steglitz der Kleingärtner“. Dies war somit der Vorläufer des uns heute bekannten „Bezirksverband der Kleingärtner Steglitz e.V.“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin ab 1945 von den Alliierten in vier Sektoren aufgeteilt. Berlin-Steglitz befand sich somit im Zuständigkeitsbereich der USA mit ihrem US-amerikanischen Stadtkommandanten.
Ab Anfang 1947 fanden sich Kleingartenvertreter, die sogn. Kolonie-Gruppenleiter, zusammen und erarbeiteten eine Satzung für den Bezirksverband im 12. Verwaltungsbezirk Steglitz. Dies geschah natürlich aufgrund einer Anordnung der Vier-Mächte-Kommandantur, die ein Augenmerk auf die Entnazifizierung aller alten Organisationsformen hatte.
Am 1. März 1947 wurde die Satzung des Bezirksverband Steglitz beschlossen und dieser als Verein neu organisiert. Nach notwendigen Änderungen wurde am 22. Juli 1947 die Satzung beschlossen.
Nach dem 1. März 1947 wurden auch im Kleingartenverein Steglitz-Ost die Vorbereitungen getroffen ein eigenständiger Verein zu werden. Bisher firmiert er als Untergruppierung des Bezirksverband Steglitz.

Geschichte unseres Vereins / Vereinsgründung

Ab März 1947 erfolgte, gemäß den Vorgaben der Amerikanischen  Militärregierung, die Einreichung von Anträgen und Unterlagen zur ordnungsgemäßen Zulassung unseres Vereins. Ziel war der Erhalt der Genehmigung und die Zulassung als nichtpolitische Organisation durch die Amerikanische Militärregierung. Dies geschah unter erheblichem Zeitdruck, da durch die erlassene BK/O 47(66) – d.h. Berlin Kommandantur/Order – eine Frist zum 31. Mai 1947 festgesetzt wurde.
Hierfür war die Erstellung einer eigenen Vereinssatzung erforderlich, damit eine Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin-Mitte möglich war.

Zur Gründung eines Vereins mussten mindestens fünf Personen vorhanden sein.
Die Gründer unseres Vereins waren:
1.) Georg THASLER             Berlin-Südende, Halskestr. 6
2.) Ernst BLUME                   Berlin-Steglitz, Immenweg 5a
3.) Franz KRASKOWSKI      Berlin-Steglitz, Friedrichsruher Str. 31a
4.) Alfred LINDNER              Berlin-Steglitz, Göttinger Str. 9
5.) Kurt BECHER                  Berlin-Steglitz, Immenweg 21 II

Während des Zulassungsverfahrens gab es auch Rückschläge. Die Amerikanische Militärregierung hat die vorgelegte Satzung nicht akzeptiert, da u.a. darin nicht klar aufgeführt war, dass ehemalige Angehörige der NSDAP oder deren Gliederungen nicht Vereinsmitglied werden können.
Mithilfe des Rechtsanwalts Herrn Paul VOSS (Kanzlei: Berlin-Lankwitz, Dessauerstr. 38) konnten die Probleme gelöst und auch der notwendige deutsche und englische Schriftverkehr erledigt werden.
Mit Schreiben vom 19. Februar 1948 vom Bezirksamt Steglitz von Gross-Berlin erfolgte die Mitteilung über die Zulassung unseres Vereins durch die Amerikanische Militärregierung. Die Zulassung wurde unterzeichnet vom Bezirksbürgermeister von Steglitz Herrn Helmut MATTIS. Der damalige US-Stadtkommandant war Oberst Frank L. HOWLEY. Über diese Zulassung war unser Verein somit am 19. Februar 1948 gegründet mit dem Namen:

Kleingartenvereinsgruppe Berlin-Steglitz-Ost

 

Geschichte unseres Vereins / Die 1. Hauptversammlung & Annahme der 1. Satzung

Der amtierende Alt-Vorstand des „Kleingartenvereins Steglitz-Ost“ :
1. Vorsitzender Karl STEFFEN,                  Berlin-Südende, Albrechtstr. 72a
2. Vorsitzender Joseph BOECKENHOFF
1. Kassierer Hermann SCHIFFLER,          Berlin-Steglitz, Karl-Stieler-Str. 12a
1. Schriftführer Franz KRASKOWSKI
beantragte am 27. April 1948 bei der US-Militärverwaltung, dem Bezirk Steglitz und der Polizei für Sonntag, den 9. Mai 1948, eine öffentliche Versammlung auf dem Gelände der Kolonie Heimgarten (Immenweg/Munsterdamm) mit ca. 700 Personen für eine Haupt-versammlung der „Kleingartenvereinsgruppe Berlin-Steglitz-Ost“. Die Genehmigung wurde am 29. April 1948 erteilt.
Der Alt-Vorstand veröffentlichte die Einladung am 3. Mai 1948 inkl. der Nennung der umfangreichen Tagesordnung mit der eindringlichen Bitte an alle Mitglieder zu diesem Anlass vollzählig zu erscheinen. Der Versammlungsort war die Kolonie Heimgarten vor dem Vereinsheim.
Zur Hauptversammlung am 9. Mai 1948 erschienen nur 285 Vereinsmitglieder. Die notwendige Anwesenheitsquote von 13 wurde aber übertroffen und die Versammlung konnte abgehalten werden.
Diese Zahl konnte anhand der vorhandenen Unterschriften-Listen ermittelt werden. Diese Anzahl verteilt sich auf folgende zugehörige 12 Kleingartenkolonien:

Heimgarten (Munsterdamm / Immenweg)  63 Mitglieder (von 90 Parz.)
Schutzverband (Immenweg / Hünensteig) 90 Mitglieder (von 130 Parz.)
Bergeshöhe (Bergstr. / Göttinger Str., bis 1954) 27 Mitglieder
Alter Upstall (Freymüllerweg)  4 Mitglieder
Steglitz Hafen (nördl. v. Stadion Lichterfelde) 10 Mitglieder
Armenhaus (Bismarckstr./Walsroderstr., bis April 1963)  4 Mitglieder
Karl-Lange-Brücke Nord (Albrechtstr. 60c) 18 Mitglieder
Karl-Lange-Brücke Süd (Edenkobener Weg 78)  7 Mitglieder (von 25 Parz.)
Einigkeit (Edenkobener Weg 69)  6 Mitglieder
Weinviertel (Edenkobener Weg 26–41) 23 Mitglieder
Dorfaue (Kaiser-Wilhelm-Str. 123–127) 14 Mitglieder
Reutlinger Straße (Reutlinger Str. 10–12)  6 Mitglieder
Unleserlich/ohne Zuordnung 13 Mitglieder


Die 1. Hauptversammlung am 9. Mai 1948 von 10:00 bis 11:30 Uhr befasste sich mit folgenden Tagesordnungspunkten:
1.) Bekanntgabe der von der Amerikanischen Militärregierung genehmigten Satzung.
Diese Satzung wurde von den Mitgliedern einstimmig angenommen.
2.) Antrag auf Eintragung des Vereins in das Vereinsregister des zuständigen Amts-gerichts.
Dieser Antrag wurde auch einstimmig angenommen.
3.) Rechenschaftsbericht des bisher amtierenden Vorstandes.
4.) Bericht des Kassenprüfers und Antrag auf Entlastung des Vorstandes.
Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.
5.) Neuwahl des Vorstandes
Der Vorstand des Alt-Vereins wurde einstimmig zum 1. Vorstand des neuen Vereins „Kleingartenvereinsgruppe Berlin-Steglitz-Ost“ gewählt.
6.) Verschiedenes
Hier wurde u.a. über die Auswirkungen des katastrophalen Winters 1946/47 und die Schwierigkeiten bei der Materialbeschaffung jeder Art diskutiert. Ein großes Problem sind auch die häufigen Diebstähle – auch aus den eigenen Reihen. Die Aufstellung von Nachtwachen als Gemeinschaftsarbeit kommt als Lösung infrage. Auch die Aufarbeitung der Unterpachtverträge kommt nur schleppend voran. Bei Ehepaaren wo der Mann noch in Kriegsgefangenschaft ist, muss die Rückkehr des Mannes abgewartet werden bevor die neuen Verträge unterschrieben werden können.
Nach umfangreichen Schriftverkehr erfolgte mit Schreiben vom 13. Januar 1949 des Amtsgericht Berlin-Mitte die Eintragungsnachricht zur Register-Nr. 198 Nz unseres Vereins als „e.V.“.

Geschichte unseres Vereins / Einführung der DM und Luftbrücken-Zeit

Die politische Situation zwischen den Alliierten zeigte sehr deutlich ihre Auswirkungen. Mit der Einführung der Währungsunion mit der DM als neuer Währung in den Zuständig-keitsbereichen der West-Alliierten am 20. Juni 1948, erfolgte durch die Sowjetunion die Berlin-Blockade ab 24. Juni 1948. Die West-Alliierten installierten die sogenannte Luftbrücke um die Bevölkerung von West-Berlin zu versorgen. Bis 12. Mai 1949 wurde die Versorgung durch die Luftbrücke aufrechterhalten bis die Sowjetunion die Blockade beendete.
Die Abhaltung von satzungsgemäßen Hauptversammlungen hatte in diesen Zeiten keinerlei Bedeutung und wurden nicht abgehalten.
Durch die Gründung der Bundesrepublik Deutschland – zu der auch West-Berlin gehörte – am 23. Mai 1949 wirkten die Westalliierten mehr aus dem Hintergrund.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1950 und 1951Abschnitt Heimgarten verlässt den Verein um eigenständig zu werden

Für die Zeit aus 1950 und 1951 liegen keinerlei historische Unterlagen vor. Gemäß den späteren Unterlagen wird jedoch ersichtlich, dass Versammlungen abgehalten worden sind. Es wurden jedoch keine Protokolle gefertigt und auch keine Meldungen an das zuständige Vereinsgericht bzgl. Vorstandsänderungen übersandt.

Im März 2021 habe ich nach Rücksprache mit dem AG Charlottenburg – Vereinsregister erreichen können, dass unser Verein Kopien aus den Unterlagen für den Zeitraum 1948 bis 1977 übersandt bekommen hat. Aus unbekannten Gründen fehlten all diese Vereinsdokumente in unseren Unterlagen.
Da für 1950 und 1951 keine Unterlagen eingereicht worden waren, sind somit über diesen Zeitraum keine Informationen verfügbar.
Aus dem Vereinsregister kann jedoch die Information entnommen werden, dass der Abschnitt Heimgarten mit seinen Mitgliedern (90 Parzellen) einen eigenständigen e.V. zum 13. August 1950 gegründet hat inkl. eigener Satzung. Die Register-Nr. lautet VR 698. Das Vereinsheim von Steglitz-Ost verblieb jedoch weiterhin im Bereich der KGA Heimgarten e.V..

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1952

Am 26. März 1952 fand erstmalig die Versammlung in den Räumen der Markus-Kirchengemeinde (Albrechtstraße 82) statt. Zur Versammlung sind nur 235 Mitglieder erschienen. Laut Protokoll wird der amtierende Vorstand einstimmig wiedergewählt.

  1. Vorsitzender Alfred Lindner / 2. Vorsitzender Richard Müller / 1. Kassierer Adolf Wendland / 2. Kassierer Paul Müller / 1. Schriftführer Gerhard Warnat / 2. Schriftführer Ernst Blume

Ob dieser Vorstand seit 1950 oder 1951 amtierte ist unklar.
Daher ist auch unklar, bis wann der erste Vorstand/Gründungsvorstand unseres Vereins seine Funktion ausübte.
Rein rechtlich, gemäß dem amtlichen Vereinsregister, amtierte der erste Vorstand demnach bis zum 26. März 1952.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1953

Die Versammlung am 25. März 1953 fand wieder in den Räumen der Markus-Kirchengemeinde statt.

In diesen Jahren war es sehr beliebt, zum Beginn erst einige kurze Filme anzuschauen.
Vom US-Filmdienst wurden folgende Filme gezeigt:

  1. Fresh from the garden
  2. Badestrand von Millionen
  3. Moderne Geflügelzucht
  4. Spring off the farm
  5. 10 Minuten in Amerika

Die Versammlung fing somit erst richtig nach 1½ Stunden an.
Durch den 1. Vorsitzenden Herrn Lindner wurde der 1. Vorsitzende des Bezirksverbands Hr. Breil begrüßt.

Herr Lindner berichtete aus dem Jahr 1952. Alle Vertragsunterlagen sind durchgearbeitet und auf den aktuellen Stand gebracht worden. Hiervon waren insgesamt noch 86 Verträge aus Vorkriegs- und Kriegszeiten betroffen.

In 1952 erfolgten erstmalig Begehungen durch Vertreter des Bezirksverbands in den Abschnitten. Es wird eine zukünftige Fortsetzung durch Begehungen von Außenstehenden gewünscht.

Bei zukünftigen Neu-Unterverpachtungen werden die riesigen Parzellen auf die Größe bis 400 qm reduziert bzw. aufgeteilt.

Durch die Neubau-Tätigkeit in Berlin verschwinden teilweise bzw. ganz etliche Kolonien. Der Abschnitt Bergeshöhe hat in 1952 schon acht Parzellen räumen müssen. Die Grundstückseigentümer wollen zukünftig eine komplette Räumung des Geländes.

Herr Wendland, der 1.Kassierer, erstattete seinen Bericht. U.a. führte er aus, dass 1952 insgesamt 36 Parzellen in den Abschnitten neu vergeben worden waren.

Schutzverband : 13 / Weinviertel : 7 / Dorfaue : 6 / Steglitz Hafen : 4 / KLBN : 4 / Armenhaus : 1 / Einigkeit : 1

Die Wahlen des Vorstandes wurden vom Gast, dem 1. Vorsitzenden des BV Herrn Breil geleitet.
Der komplette Vorstand von 1952 wurde für 1953 wiedergewählt.
Im Oktober 1953 stehen die Räumungsverhandlungen bezüglich der Kolonie Bergeshöhe fast vor dem Ende.
Da der 1. Vorsitzende Herr Lindner aus dieser Kolonie stammt, steht sein zwangsweiser Abschied als Vereinsmitglied und somit auch als 1. Vorsitzender an.
Gleichfalls scheint es zu erheblichen Streitigkeiten innerhalb des bestehenden Vorstands und auch der zugehörigen Abschnitte/Kolonien gekommen zu sein. Der gewählte Vorstand hat seine Ämter niedergelegt und agiert nur noch kommissarisch bis zur nächsten Mitgliederversammlung 1954.
Es ist auch die Rede davon, dass der Verein sich auflöst bzw. einige Abschnitte/Kolonien den Verein verlassen wollen.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1954 Abschnitt Bergeshöhe ist geräumt worden für Neubauten, Abschnitt Alter Upstall ist eigenständig geworden

Am 25. März 1954 fand die Versammlung in den Räumen der Markus-Kirchengemeinde statt. Erneut war der 1. Vorsitzende des Bezirksverband Steglitz, Herr Breil, anwesend.

Der 1. Vorsitzende Herr Lindner und der 1. Kassierer Herr Wendland erstatteten für das Jahr 1953 jeweils ihren Bericht. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Herr Lindner konnte nicht mehr zur Vorstandsneuwahl antreten, da sein Abschnitt/Kolonie Bergeshöhe geräumt worden war. Für den Abschied der Kolonie Alter Upstall sind leider keine Notizen inkl. Begründungen vorhanden.

Herr Wendland stand nicht erneut zur Verfügung für die Wahl in den Vorstand.

Da sich niemand von den anwesenden Mitgliedern zur Verfügung stellen wollte, machte Herr Lindner den Vorschlag Herrn Schrodt (KLBN) zum 1. Vorsitzenden zu wählen.

Herr Schrodt stellt sich nur zur Wahl, damit der Verein weiter existieren konnte. Er wurde einstimmig gewählt.

Für die weiteren Ämter stellten sich keine Vereinsmitglieder zur Verfügung. Die Versammlung musste somit abgebrochen werden.

Am 23. Mai 1954 fand die außerordentliche Mitgliederversammlung vor dem Vereinsheim von Steglitz-Ost in der Kolonie Heimgarten e.V. – Immenweg (Info: diese Kolonie ist seit 1950 eigenständig und nicht mehr Mitglied bei Steglitz-Ost) statt. Zur Versammlung waren nur 50 Mitglieder erschienen. Aus den Unterlagen lässt sich leider nicht erkennen, welche Abschnitte/Kolonien sich abgespalten haben von Steglitz-Ost.

Von den 12 Gründungsabschnitten aus 1948 sind nachweislich Heimgarten ausgetreten und nun Bergeshöhe geräumt / aufgelöst worden und Alter Upstall ist einfach ausgetreten – Begründungen liegen nicht vor. Es verbleiben also maximal noch neun Abschnitte.

Es wurden die restlichen Vorstands- und sonstige Ämter durch Wahlen besetzt. 1. Kassierer wurde Herr Jahn (Weinviertel), 1. Schriftführer wurde Herr Haseloff (KLBN).

Der 1. Vorsitzende Herr Schroth verkündete festgelegte Sprechzeiten im Vereinshaus Immenweg:
Jede Woche Dienstag 17–19 Uhr sowie an jedem 1. Sonntag eines Monats von 9–11 Uhr.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1955 Abschnitt Schutzverband verlässt den Verein um eigenständig zu werden

Am 24. März 1955 fand die Versammlung erstmalig in der Aula der 1.+2. Grundschule Ringstr. 55 (heute Lauenburger Str.) statt.

Der 1. Vorsitzende erstattete seinen Bericht für 1954 inkl. dem Hinweis auf seine häufige Mehrarbeit, da der 1. Kassierer Herr Jahn noch berufstätig und zu 70% kriegsbeschädigt ist. Herr Jahn ist auch nicht in der Lage in der Winterzeit im unbeheizten Vereinsheim zu arbeiten.

Herr Schrodt machte für die Wiederwahl des 1. Vorsitzenden und 1. Kassierers zur Bedingung, dass der 1. Vorsitzende eine Auslagenvergütung von monatlich 40,– DM und der 1. Kassierer von monatlich 30,– DM erhält.

Nach dem Bericht vom 1. Kassierer Herrn Jahn, wurde der Vorstand entlastet.
Der Einführung der Auslagenvergütung wurde von den Mitgliedern entsprochen.

Die Wahlen zum Vorstand und sonstiger Ämter ergab die Wiederwahl der Mitglieder aus 1954 nun für das Jahr 1955. Interessant ist die Anzahl der gewählten Bezirks-Delegierten. Außer dem 1. Vorsitzenden wurden vier Mitglieder hierfür gewählt. D.h. da pro angefangene 100 Vereinsmitglieder ein Delegierter gewählt wird, hat unser Verein somit nur noch 300 bis 399 Mitglieder bzw. Parzellen.

Auch aus den Unterlagen von 1955 ist nicht zu ersehen, welche weiteren Abschnitte/Kolonien den Verein verlassen haben. Es muss aber im restlichen Jahr 1955 der Abschnitt Schutzverband mit seinen 130 Parzellen/Mitgliedern ausgetreten sein, um eigenständig als einfacher Verein zu werden. Gemäß den Registerunterlagen ist der Kleingartenverein Schutzverband erst 1995 als „e.V.“ unter der Register-Nr. 15870 Nz eingetragen worden.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1956

Am 21. März 1956 fand die Versammlung erneut in der Aula der 1.+2. Grundschule Ringstr. 55 statt.

Nach der Begrüßung, u.a. der Gäste vom BV Steglitz Hr. Breil – 1. Vorsitzender und Hr. Jänicke – 1. Revisor, wurde zuerst ein Film vorgeführt mit dem Titel „Berlin einst und jetzt“.
Die 150 anwesenden Mitglieder zeigten sich über den Film sehr erfreut.

Danach erfolgte die Berichterstattung des 1. Vorsitzenden Herrn Schrodt für das Jahr 1955. U.a. wurden 13 Parzellen neu unterverpachtet.

Dann machte er Ausführungen bzgl. des 1. Kassierers Herrn Jahn. Diesem wird vorgeworfen durch unkorrekte Kassenführung einen Schaden von ca. 1.300,– DM verursacht zu haben. Weiterhin wurden den Revisoren Hr. Bouvier und Hr. Mentner der Vorwurf gemacht, ihren Revisorenarbeiten nicht gewachsen zu sein.

Hiernach erstattete der 1. Revisor des BV Steglitz Hr. Jänicke seinen Bericht bezüglich seiner erfolgten Revision der Kasse und Kassenunterlagen von Steglitz-Ost. Demnach ist Hr. Jahn nicht als Kassierer geeignet und hat durch Fehlbuchungen und Verschleierungen den Schaden verursacht.
Als ungeeignet bezeichnete er auch die beiden Revisoren des Vereins.

Der 1. Vorsitzende des BV Steglitz Hr. Breil ergriff hierzu auch das Wort und dankte unserem 1. Vorsitzenden Hr. Schroth für sein rechtzeitiges Eingreifen und dem Einschalten des BV zur Unterstützung, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Gespräche mit Hr. Jahn führten zu keiner Klärung und Rückerstattung des Geldes an den Verein. Daraufhin wurde der Fall einem Rechtsanwalt übergeben. Im Laufe des Verfahrens erhielt Hr. Jahn einen Zahlungsbefehl, den er aber angefochten hat. Am 6. April 1956 fand am Landgericht Berlin daher eine Verhandlung statt.

Hr. Jahn wurde zum 30. September 1955 von seinem Amt als 1. Kassierer ausgeschlossen. Danach führte der 2. Vorsitzende Hr. Franz die Aufgaben des 1. Kassierers zusätzlich aus.

Gemäß dem Kassenbericht von Hr. Franz verfügte der Verein nur noch über einen Kassenstand von 209,75 DM. Aus diesen vorliegenden Gründen konnte dem Vorstand keine Entlastung erteilt werden.

Bei den anschließenden Wahlen wurde der 1. Vorsitzende wiedergewählt, als neuer 2. Vorsitzenden wurde Hr. Strauß gewählt und als 1. Kassierer wurde der ehemalige 2. Vorsitzende Hr. Franz gewählt.

Weiterhin wurden zwei neue Revisoren gewählt. Als Delegierte wurden nur noch drei Mitglieder gewählt. D.h. der Verein verfügte nur noch über 200 bis 299 Parzellen/Mitglieder.

Zum Abschluss wurde über den Antrag abgestimmt Hr. Jahn über das Schiedsgericht der Kleingärtner die fristlose Kündigung seines Unterpachtvertrages auszusprechen.

Der Antrag wurde bei zwei Stimmenthaltungen angenommen.

Informativer Hinweis: Der 1. Vorsitzende Hr. Schroth war bis zu seiner Pensionierung Steuerinspektor.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1957

Am 27. März 1957 fand die Versammlung erneut in der Aula der 1. Grundschule Ringstr. 53–55 statt.

Der 1. Vorsitzende Herr Schrodt erstattete für das Jahr 1956 seinen Bericht. U.a. schilderte er den Ausgang des Verfahrens gegen Hr. Jahn. Der Zivilprozess endete damit, dass Hr. Jahn den kompletten Schaden ersetzen und auch sämtlich Anwaltskosten tragen musste.

Den Unterlagen ist nicht zu entnehmen, ob Herr Jahn auch strafrechtlich verfolgt worden und verurteilt worden ist.

Der Vorstand von 1956 wurde auch für 1957 wiedergewählt.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1958

Am 25. März 1958 fand die Versammlung erneut in der Aula der 1. Grundschule Ringstr. 53–55 statt.

Es waren 150 Vereinsmitglieder anwesend.

Der 1. Vorsitzende und der 1. Kassierer erstatteten ihre Berichte für das Jahr 1957. Der Kassenstand hatte sich auf ein Guthaben von 1.755,73 DM als Jahresendstand 1957 erholt. Der Vorstand von 1957 wurde auch für 1958 wiedergewählt.

Über das 10-jährige Jubiläum des Vereins wurde kein Wort verloren.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1959

Am 24. März 1959 fand die Versammlung erneut in der Aula der 1. Grundschule Ringstr. 53–55 statt.

Es waren nur 84 Vereinsmitglieder anwesend.

Der einzige Umstand der aus dieser MV zu erwähnen ist, ist die mehr als lebhafte Diskussion bzgl. des immer ärgerlichen Themas der verspäteten Pachtzahlungen der Mitglieder. Auf Antrag wurde die Einführung von Mahnkosten beschlossen und damit eingeführt.

Der Vorstand von 1958 wurde auch für 1959 wiedergewählt.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1960

Am 12. April 1960 fand die Versammlung erneut in der Aula der 1. Grundschule Ringstr. 53–55 statt.

Es waren 125 Vereinsmitglieder anwesend.

Zu Beginn wurde ein zweistündiger Film gezeigt, der begeistert aufgenommen worden ist.

Danach erfolgte die Berichterstattung des 1. Vorsitzenden und 1. Kassierers für das Jahr 1959. U.a wurde mitgeteilt, dass 21 Parzellen neu unterverpachtet worden sind.

Der Vorstand wurde entlastet und bei den Wahlen wurde der Vorstand von 1959 auch für 1960 wiedergewählt.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1961

Am 27. April 1961 fand die Versammlung erneut in der Aula der 1. Grundschule Ringstr. 53–55 statt.

Es waren 120 Vereinsmitglieder anwesend.

Zu Beginn wurden mehrere Filmchen über 1½ Stunden vorgeführt, die begeistert aufgenommen worden sind.

Danach erfolgte die Berichterstattung des 1. Vorsitzenden und 1. Kassierers für das Jahr 1960. Es wurde mitgeteilt, dass wieder 21 Parzellen neu unterverpachtet worden sind.

Der Vorstand wurde entlastet und bei den Wahlen wurde der Vorstand von 1960 auch für 1961 wiedergewählt.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1962

Am 29. März 1962 fand die Versammlung erneut in der Aula der 1. Grundschule Ringstr. 53–55 statt.

Es waren 100 Vereinsmitglieder anwesend.

Zu Beginn wurden zwei Filme in über einer Stunde vorgeführt, die interessiert aufgenommen worden sind.
Danach erfolgte die Berichterstattung des 1. Vorsitzenden und 1. Kassierers für das Jahr 1961. U.a wurde mitgeteilt, dass 22 Parzellen neu unterverpachtet worden sind.

Der Vorstand wurde entlastet und bei den Wahlen wurde der Vorstand von 1961 auch für 1962 wiedergewählt. Auf Antrag des 1. Vorsitzenden wurde die Aufwandsentschädigung für den 1. Vorsitzenden auf 50,– DM und für den 1. Kassierer auf monatlich 40,– DM erhöht. Dieser Antrag wurde einstimmig beschlossen.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1963 – Kolonie Armenhaus wurde zum 1. April 1963 geräumt für Neubauten

Am 10. Mai 1963 fand die Versammlung erstmalig im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.

Es waren 125 Vereinsmitglieder anwesend.

Die Mitgliederversammlung fand in diesem Jahr später statt, da zum 1. April 1963 der Abschnitt/Kolonie Armenhaus/Bismarkstraße  geräumt werden musste.
Wie viele Parzellen/Mitglieder diese Kolonie hatte, wurde leider nicht angeführt. Unsere Kleingartenvereinsgruppe bestand demnach 1963 nur noch aus sieben Abschnitten/Kolonien.

Bei den Wahlen wurde ein neuer 1. Schriftführer Hr. Riedel gewählt. Sonst gab es keine Änderungen.

Durch die Wahl von drei Delegierten lässt sich der Rückschluss ziehen, dass der Verein noch 200 bis 299 Parzellen/Mitglieder hat trotz des Verlustes der Kolonie Armenhaus/Bismarkstraße.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1964

Am 16. April 1964 fand die Versammlung erneut im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.

Es waren 196 Vereinsmitglieder anwesend.

Der Bericht des 1. Vorsitzenden für 1963 enthielt Hinweise auf Räumungen von einzelnen Parzellen in verschiedenen Abschnitten/Kolonien. Leider ist dem Protokoll nicht die genaue Zahl und die Bezeichnung der Abschnitte zu entnehmen. Im Jahr 1963 wurden 30 Parzellen neu unterverpachtet.

Bei den Wahlen wurde nur der 1. Schriftführer Hr. Gronde neu gewählt.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1965

Am 30. April 1965 fand die Versammlung erneut im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.

Es wurde die Anzahl der anwesenden Vereinsmitglieder nicht notiert.

Im Bericht des 1. Kassierers wird erwähnt, dass die Einnahmen die Ausgaben im Jahr 1964 nicht gedeckt haben. Beitragserhöhungen sind die Folge um die erhöhten Kosten bezahlen zu können.

Bei den Wahlen gab es eine Vielzahl von Neubesetzungen.
1. Vorsitzender Herr Schrodt, 2. Vorsitzender Herr Püschel, 1. Kassierer Herr Gerber, 2. Kassierer Herr Heirichs, 1. Schriftführer Herr Gronde, 2. Schriftführer Herr Winkel, Revisoren Herr Schubert und Herr Kuntzen.

Es wurden auch weiterhin drei Delegierte gewählt.

Es wurde auch beschlossen das Vereinsheim der KGVG am Immenweg zu renovieren.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1966

Am 18. Mai 1966 fand die Versammlung erneut im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.

Es waren nur 70 Vereinsmitglieder anwesend.

Als Besonderheit ist erwähnenswert, dass bei den Wahlen zum 1. Vorsitzenden in geheimer Wahl abgestimmt wurde zwischen Herrn Schroth und Herrn Gerber. Herr Schrodt wurde mit der Mehrheit von 38 der 70 Stimmen erneut gewählt.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1967

Am 25. Januar 1967 fand die Versammlung erneut im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.

Es waren nur 73 von 294 Vereinsmitgliedern anwesend.

Der 1. Vorsitzende Herr Schrodt berichtete u.a. von der Räumung von vier Parzellen im Abschnitt Weinviertel durch den Eigentümer Deutsche Post. Mehrere andere Parzellen mussten nur Teilflächen abgeben. Die Entschädigungszahlungen waren zufriedenstellend.

Im Jahr 1966 sind in den Abschnitten durch Vandalismus zwei Lauben abgebrannt. Zu einer Laube (KLBS) bestand leider keine Feuerversicherung. In der KLBN wurde durch Vandalismus von Jugendlichen fast alle Fensterscheiben der Lauben zertrümmert. Die Versicherungen haben den Schaden jeweils ersetzt.

Bei den Vorstandwahlen trat nach 13 Jahren der 1. Vorsitzende Herr Schrodt aus Altersgründen nicht wieder an.

Gewählt wurden u.a. : 1. Vorsitzender Hr. Gerber, 2. Vorsitzender Hr. Püschel, 1. Kassierer Hr. Michael, 1. Schriftführer Hr. Schubert, und drei Delegierte.

Der neue 1. Vorsitzende Hr. Gerber wies in seiner Antrittsrede auf einige Probleme hin. Aktuell hat der Verein nur noch 294 Mitglieder/Parzellen. Bei den Neuunterverpachtungen werden weiterhin sehr große Parzellen aufgeteilt. Daher kam es zahlenmäßig zu einem Zuwachs der Parzellen-Anzahl in den Abschnitten/Kolonien.

Die Zahlungsmoral bezüglich der Pachtzahlungen lässt sehr zu wünschen übrig und bringt den Verein in Schwierigkeiten seinen Zahlungsverpflichtungen nach zu kommen.

Da die erste Satzung des Vereins nicht mehr zeitgemäß war, wurde der Antrag gestellt, diese zu überarbeiten bzw. neu zu erstellen. Hierzu wurde eine Kommission eingesetzt, die einen Satzungsentwurf zur nächsten Versammlung erstellen soll. Dieser Entwurf soll zuvor auch durch einen Juristen, dem Vereinsmitglied Dr. Franke (Dorfaue), rechtlich geprüft werden.

Abschließend wurde beschlossen, die langjährigen ehemaligen Vorstandmitglieder Hr. Georg Schrodt und Hr. Walter Franz für ihre Verdienste zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Die beiden nahmen diese Auszeichnung dankbar an.

Im November und Dezember beteiligten sich Vereinsmitglieder und insbesondere der Vorstand daran eine neue Satzung zu erstellen. Dies war auch schon damals mit einem erheblichen zeitlichen Aufwand verbunden.

Geschichte unseres Vereins / Die ordentliche und außerordentliche Hauptversammlung 1968

Am 9. Februar 1968 fand die Versammlung erneut im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.

Es waren nur 91 von mehr als 300 Vereinsmitgliedern anwesend.

Bei den Wahlen wurde der Vorstand von 1967 für 1968 wiedergewählt, lediglich der 1. Kassierer Hr. Schiller wurde neu gewählt. Bei den Delegierten wurden statt bisher drei nunmehr vier Mitglieder gewählt.

D.h. durch Parzellenteilungen von ehemals sehr großen Parzellen sind mehrere neue Parzellen entstanden. Leider wird die genaue Zahl hierfür nicht angegeben. In 1967 waren es noch 294.

Am 29. März 1968 fand die außerordentliche Mitgliederversammlung erneut im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.

Es waren nur 43 von mehr als 300 Vereinsmitgliedern anwesend. Die sehr geringe Anzahl der Anwesenden spiegelt leider seit 1965 das immer weiter zurückgehende Interesse wieder, sich an der notwendigen Vereinsarbeit zu beteiligen.

Von 19:30 bis 21:30 Uhr wurde über die zahlreichen Änderungsanträge diskutiert und abgestimmt. Die neue Satzung wurde mit nur 40 Stimmen bei drei Enthaltungen beschlossen.

Wichtige Neuerungen in der Satzung sind u.a.:

 –  Wahlen des Vorstandes finden nur noch jedes zweite Jahr statt. Gleiches gilt für die Abschnittsleiter.
 – Die MV ist nur beschlussfähig, wenn mindestens 13 der Mitglieder anwesend sind. Sollten also zukünftig nicht mindestens ca. 100 Mitglieder anwesend sein, muss die Versammlung abgebrochen und sofort erneut aufgerufen werden – diesmal ohne Rücksicht auf die tatsächliche Anzahl der Anwesenden.
 –  Die Versammlung hat bis zum 31. März eines Jahres stattzufinden.
 – Satzungsänderungen können nur mit einer ¾-Mehrheit von den anwesenden Mitgliedern auf der MV beschlossen werden.

Die neue Satzung wurde am 28. Juni 1968 ins Vereinsregister eingetragen und damit gültig.

Geschichte unseres Vereins / Die ordentliche Hauptversammlung 1969 und Wahl des 1. Ehrenvorsitzenden unseres Vereins

Am 24. Januar 1969 von 18:30 bis 21:30 Uhr fand die Versammlung erneut im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.
Es waren nur 96 von mehr als 300 Vereinsmitgliedern anwesend.

Nach der Begrüßung und dem Gedenken der Verstorbenen wurde der Antrag gestellt aus Anlass des 50-jährigen Gartenjubiläums das Vereinsmitglied Weinrich zum 1. Ehrenvorsitzenden zu wählen.

Herr Weinrich wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Er dankte für die Ehrung.

Nach dem Bericht des 1. Vorsitzenden sowie des 1. Kassierers erfolgte einstimmig die Entlastung des Vorstandes.

Bei den Wahlen zum Vorstand wurde der 1. Vorsitzende Hr. Gerber wiedergewählt. Zum 1. Kassierer wurde Hr. Kurt Dirksen und zum 1. Schriftführer Hr. Heinz Becker neu gewählt.

Zum Schluss der Versammlung bat der 1. Vorsitzende darum, alte Dokumente aus der Gründungszeit des Vereins zusammen zu tragen zwecks Erstellung einer Chronik.

Diese Bitte von Hr. Gerber an die Mitglieder legt den Schluss nahe, dass schon damals kaum Unterlagen zur Vereinsgeschichte vorhanden waren.

Geschichte unseres Vereins / Das Jahr 1970

Aufgrund der neuen Satzung von 1968 fand im Jahr 1970 keine Mitgliederversammlung statt. Leider sind auch keine sonstigen Unterlagen aus dieser Zeit mehr vorhanden.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1971

Am 10. Februar 1971 von 18:45 bis 22:10 Uhr fand die Versammlung erneut im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.
Es waren nur 100 von mehr als 300 Vereinsmitgliedern anwesend.

Nach der Begrüßung und dem Gedenken der Verstorbenen wurden zehn Mitglieder für eine langjährige Mitgliedschaft von 25 bis 40 Jahren geehrt.

Im Bericht des 1. Vorsitzenden wird bezüglich der Abschnitt/Kolonie „Steglitzer Hafen“ ausgeführt, dass die angekündigte Kündigung noch nicht schriftlich eingegangen war. Die Unterpächter wurden aber darauf hingewiesen wertsteigernde Arbeiten auf den Parzellen zu unterlassen.

Weiterhin wurde die Erhöhung des Pachtzinses angekündigt auf 0,012 DM (1,2 Pfennig) / qm.

Info:
Im Jahr 2021 liegt dieser Wert inzwischen bei 0,3571 Eu/qm = 0,6984 DM/qm.
D.h. die Pacht allein ist um das 58-fache teurer geworden innerhalb von 50 Jahren.

Im Jahr 1970 wurde für die Instandsetzung des Vereinsheim Immenweg Spenden in Höhe von 1.100,- DM gesammelt und fast vollständig für die Renovierung ausgegeben.

Nach dem Bericht des 1. Kassierers erfolgte der Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Dieser erfolgte fast einstimmig.

Weiterhin erfolgte die Abstimmung bzgl. der Beitragsanhebung. Ergebnis: 98 Ja, 2 Nein.

Bei der Wahl des Vorstandes wurde der 1. Vorsitzende Hr. Gerber wiedergewählt, als 1. Kassierer wurde Fr. Gertrud Giesel und als 1. Schriftführer Hr. Heinz Becker neu gewählt.

Geschichte unseres Vereins / Das Jahr 1972 / Auflösung Abschnitt „Steglitz Hafen“

Es sind leider aus dieser Zeit keine Unterlagen vorhanden. Aufgrund der Hinweise im Jahr 1971 und der verringerten Anzahl der Mitglieder des Vereins muss aber von der Auflösung der Abschnitt/Kolonie „Steglitz Hafen“ ausgegangen werden. Wie viele Mitglieder diese Kolonie hatte, ist leider nicht notiert.

Auf Stadtplänen des Jahres 2021 ist jedoch immer noch eine „KGA Steglitzer Hafen“ am Teltowkanal hinter dem Sportstadion Lichterfelde vorhanden. Wer der aktuelle Grundstückseigentümer ist, kann leider nicht angegeben werden. Als eigenständiger Verein ist aber keine Eintragung im Vereinsregister vorhanden.

Seit 1972 besteht unser Vereins somit nur noch aus sechs Abschnitten/Kolonien.

Aber selbst heute noch verblieb etwas vom Steglitzer Hafen in unserem Bereich. Die Fußgängerbrücke „Edenkobener Steg“ zwischen der Albrechtstraße und dem Edenkobener Weg ist die ehemalige Leinpfadbrücke (Nutzung zum Treidelbetrieb auf dem Teltowkanal) vom Steglitzer Hafen. Sie dient als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg zerbombte Straßenbrücke „Karl-Lange-Brücke“ und ist nach 1945 hierhin versetzt worden.

Quelle: Archiv Wolfgang Holtz / Artikel : www.ferdinandmarkt.com/2018/09/25/haefen-am-teltowkanal/ Markierungen von C. Krüger 1.Vors. KGVG Berlin-Steglitz-Ost e.V.

In der Zeit von 1900 bis 1906 erfolgte der Bau des Teltowkanals. Hierbei wurden auch mehrere Häfen entlang der Strecke angelegt. Der Schiffsverkehr erfolgt mit der Treideltechnik, d.h. Schiffe wurden gezogen und durften nicht mit eigener Motorkraft betrieben werden. Nur dadurch war eine schnelle Versandung des Kanals ausgeschlossen.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1973 / Kündigung Standort Vereinheim am Immenweg aufgrund eines Neubaus einer Schule

Am 07. Februar 1971 von 19:00 bis 22:00 Uhr fand die Versammlung erneut im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.
Es waren nur 83 von weniger als 299 Vereinsmitgliedern anwesend.

Nach der Begrüßung erfolgte das Gedenken der Verstorbenen insbesondere des ehemaligen 1. Vorsitzenden von 1954 bis 1967 und 1. Ehrenmitglieds Herrn Georg Schrodt (KLBN).

Der Bericht des 1. Vorsitzenden enthielt die Angabe, dass 17 Parzellen in 1971 und 25 Parzellen in 1972 neu vergeben worden sind.

Für die KLBN erfolgte die Ankündigung, dass aufgrund des Baus einer Gashochdruckleitung quer durch die Kolonie zeitweise 11 Parzellen von einer Teilräumung betroffen sein werden. Die Dauer der Arbeiten wird nicht angegeben.

Für die KLBS erfolgte die Mitteilung, dass die Schnee- und Eisbeseitigung aufgrund der Aufhebung der Befreiung durch die Polizei nun selbst durchgeführt werden muss.

Aufgrund der Kündigung des Geländes Immenweg muss ein neuer Standort für das Vereinsheim bezogen werden. Im März 1973 erfolgt der Umzug auf die leerstehende Parzelle Nr. 38 in der KLBN. Diese Parzelle befindet sich gleich hinter dem Eingang zur Kolonie auf der rechten Seite. Die dortige Laube wird als neues Vereinsheim genutzt.

Unsere ehemaligen Kolonien Heimgarten (bis 1950) und Schutzverband (bis 1955) verlieren durch den Schulbau den größten Teil ihrer jeweiligen Kolonieflächen.

Nach dem Bericht der 1. Kassiererin Fr. Giesel und dem Bericht der Revisoren erfolgte der Antrag auf Entlastung des Vorstandes. Diese Entlastung wurde einstimmig erteilt.

Bei den Wahlen wurde der 1. Vorsitzende Hr. Gerber wiedergewählt, als 1. Kassierer wurde Hr. Ulrich Pelz sowie als 1. Schriftführer Hr. Kurt Dirksen neu gewählt.

Abschließend wurde empfohlen, zukünftig die bargeldlose Bezahlung per Überweisung für alle Zahlungen an den Verein zu nutzen.

Geschichte unseres Vereins / Die Hauptversammlung 1974

Am 15. Februar 1974 fand die Versammlung erneut im Parkrestaurant Südende, Steglitzer Damm 95, statt.

Da gemäß der Satzung 1974 keine Wahlen erfolgten, gibt es auch keine Unterlagen dazu im Vereinsregister des AG Charlottenburg.

Es gibt leider auch im Vereinsheim keine Unterlagen.

Bezüglich der Bauarbeiten der Gashochdruckleitung quer durch den Abschnitt KLBN 1973/1974 habe ich ein privates Dokument im Nachlass meines Vaters gefunden.

 

Zu dieser unserer Vereinsgeschichte folgen nach und nach weitere Ergänzungen nach Auswertungen von noch vorhandenen Alt-Unterlagen.
Wer weitere Infos und Alt-Unterlagen hat, möge mit mir über den Verein Kontakt aufnehmen.

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